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Keatsen - Das Tennisspiel mit bloßer Hand

Zur barocken Residenz gehörte das Ballhaus. Dort wurde nicht getanzt, sondern Jeu de paume gespielt, ein Vorläufer von Tennis. Man schlug den Ball mit der bloßen Hand. Im 18. Jahrhundert kam der Sport aus der Mode und hat nur in Randgebieten überlebt. In der niederländischen Provinz Friesland ist eine Variante bis heute Nationalsport: Keatsen.Das Turnier Permanente Commissie in Franeker gilt als eines der ältesten Sportturniere der Welt. Seit 1854 ist es nur viermal ausgefallen: wegen Pocken, Cholera und der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

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Extrem unterwegs - Mit Langstreckenradfahrern ins Frühjahr

Wer einmal infiziert ist, kommt nicht mehr davon los. Jedes Jahr organisiert Audax Randonneurs Allemagne deutschlandweit Langstreckenradfahrten über Distanzen von 200 bis 1000 km. Ziel der Teilnehmer ist die Qualifikation für ein legendäres alle vier Jahre stattfindendes Radsportereignis.

„Paris–Brest–Paris“ gilt als ältestes Radrennen der Welt. 1891 brauchte der Sieger für die heute bei Straßenrennen unübliche Distanz von 1200 km fast drei Tage. Profis sind schon lange nicht mehr am Start. Mit Langstreckenrad-fahren ist kein Geld zu verdienen. Lohn der Quälerei, behaupten Fans, ist intensive Selbsterfahrung.


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Ich schlag mich so durch - Tischtennis, Sport der Großstadt

Sie stehen auf Schulhöfen, Spielplätzen und in Parks. Um einige Tischtennisplatten herum haben sich richtige Gemeinschaften gebildet. „Ich brauche niemanden anzurufen. Es ist immer jemand da,  sogar im Winter.“  Man kennt sich mit Vornamen. Wer eine Weile zuschaut, staunt nicht schlecht. Das Niveau ist hoch.  Auch Spieler, die sich einem Verein anschließen, bleiben der Platte, an der alles begann, treu. „Wir haben hier täglich fünf, sechs Stunden gespielt, bis wir merkten: wir können gar nicht mehr ohne.“ Tischtennis ist der Sport der Großstadt, anonym und doch verlässlich.

Deutschlandradio Kultur – Nachspiel


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Ich schreibe so, wie ich sprechen tue

Das Neue Testament in Sinti-Romanes

6800 Sprachen werden auf der Welt gesprochen. Davon sind bisher nur rund dreizehn Prozent verschriftet. Oft stehen Bibelübersetzungen am Anfang der Entwicklung einer einheitlichen Standard- und Literatursprache.
Die Organisation Wycliff hat sich zum Ziel gesetzt, allen Menschen auf der Welt das Wort Gottes in ihrer Sprache zu vermitteln. Nach eigenen Angaben sind rund 5000 Mitarbeiter in Bibelübersetzungs-, Alphabe-tisierungs- und sprachwissenschaftlichen Projekten im Einsatz, viele davon in Asien und Afrika.
Aber auch in Deutschland gibt es eine Sprache, die nicht verschriftet ist: die Sprache der Sinti, das Sinti-Romanes. Das hat geschichtliche und weltanschauliche Gründe.
Vor dreißig Jahre hat die Arbeit begonnen. Nun ist das Neue Testament auf Sinti-Romanes erschienen: O desbleskro newo drom.

SWR 2 - SWR2 LiteraturEN - Sendetermin: Mittwoch, 25.12. | 22.05 Uhr

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"Hier ist Radio Tirana ..." - Nachrichten aus einem unbekannten Land

Albanien war bis 1991 ein weißer Fleck auf der Landkarte. Touristen durften das Land nur in Reisegruppen besuchen und Einheimische nur als Mitglied offizieller Delegationen ins Ausland reisen. Aus dem Land selbst drang nur eine Stimme heraus. In mehr als 20 Sprachen pries Radio Tirana rund um die Uhr das "freie und fröhliche Leben" der Albaner und "die glänzenden Perspektiven", die ihnen der Sozialismus eröffnete. Eine dieser Sprachen war deutsch. Die Sprecher kamen aus der BRD und waren zumeist für zwei Jahre von der albanientreuen KPD/ML delegiert. Das deutsche Programm von Radio Tirana ist bis heute auf Sendung. 20 Jahre nach der Wende hat sein Leiter treue Hörer zu einem Besuch nach Tirana eingeladen - zu einem Treffen der besonderen Art.

SWR 2 - SWR2 Feature - Sendetermin: Mittwoch, 19.9. | 22.03 Uhr

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