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Ich schreibe so, wie ich sprechen tue

Das Neue Testament in Sinti-Romanes

6800 Sprachen werden auf der Welt gesprochen. Davon sind bisher nur rund dreizehn Prozent verschriftet. Oft stehen Bibelübersetzungen am Anfang der Entwicklung einer einheitlichen Standard- und Literatursprache.
Die Organisation Wycliff hat sich zum Ziel gesetzt, allen Menschen auf der Welt das Wort Gottes in ihrer Sprache zu vermitteln. Nach eigenen Angaben sind rund 5000 Mitarbeiter in Bibelübersetzungs-, Alphabe-tisierungs- und sprachwissenschaftlichen Projekten im Einsatz, viele davon in Asien und Afrika.
Aber auch in Deutschland gibt es eine Sprache, die nicht verschriftet ist: die Sprache der Sinti, das Sinti-Romanes. Das hat geschichtliche und weltanschauliche Gründe.
Vor dreißig Jahre hat die Arbeit begonnen. Nun ist das Neue Testament auf Sinti-Romanes erschienen: O desbleskro newo drom.

SWR 2 - SWR2 LiteraturEN - Sendetermin: Mittwoch, 25.12. | 22.05 Uhr

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"Hier ist Radio Tirana ..." - Nachrichten aus einem unbekannten Land

Albanien war bis 1991 ein weißer Fleck auf der Landkarte. Touristen durften das Land nur in Reisegruppen besuchen und Einheimische nur als Mitglied offizieller Delegationen ins Ausland reisen. Aus dem Land selbst drang nur eine Stimme heraus. In mehr als 20 Sprachen pries Radio Tirana rund um die Uhr das "freie und fröhliche Leben" der Albaner und "die glänzenden Perspektiven", die ihnen der Sozialismus eröffnete. Eine dieser Sprachen war deutsch. Die Sprecher kamen aus der BRD und waren zumeist für zwei Jahre von der albanientreuen KPD/ML delegiert. Das deutsche Programm von Radio Tirana ist bis heute auf Sendung. 20 Jahre nach der Wende hat sein Leiter treue Hörer zu einem Besuch nach Tirana eingeladen - zu einem Treffen der besonderen Art.

SWR 2 - SWR2 Feature - Sendetermin: Mittwoch, 19.9. | 22.03 Uhr

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Django Reinhardt - Europas einziger Jazzstil

Im Paris der dreißiger Jahre macht das „Quintette du Hot Club de France“ Gitarre und Violine für den Jazz salonfähig.

Trotz eines Handicaps, - nach einem Unfall sind zwei Finger der linken Hand gelähmt, – entwickelt sich Django Reinhardt zum Virtuosen auf einem Instrument, das heute aus der populären Musik nicht mehr wegzudenken ist: der Gitarre. Er wächst im Wohnwagen auf als Manouche, so nennen sich die französischen Sinti. Anfang der dreißiger Jahre erfasst eine Modewelle aus den USA Europa: Jazz steht für wild und laut. Django Reinhardt gehört zu den Mitbegründern des Quintette du Hot Club de France, das auf Blasinstrumente verzichtet. Die ersten Aufnahmen bleiben unveröffentlicht - für den Zeitgeschmack zu modern. Während der deutschen Besatzung landet Django seinen ersten Hit. Jazz, offiziell zwar verpönt, wird von den Nazis in Paris sogar im Radio gespielt.

HR - Wissenswert

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Djangos Erben - Zwischen Klischee und Moderne

Nach Verfolgung und KZ füllen deutsche Sinti-Jazzer in den sechziger Jahren Konzertsäle

Er galt als großes Talent der Jazzmusik in Deutschland. Heute lebt er vom Altwaren- und Antiquitätenhandel. Bobby Falta war Gitarrist des legendären Schnuckenack-Reinhardt-Quintetts, das Ende der sechziger Jahre mit einer Mischung aus Swing und ungarischer Folklore die Konzerthallen füllte und dafür sorgte, dass die deutschen Sinti sich nach der Verfolgung durch die Nazis ihrer kulturellen Identität bewusst wurden und von breiteren Bevölkerungsschichten wahrgenommen wurden. Aus Djangos Jazz wurde der Sinti-Swing. Ein Stil, meint Bobby Falta heute, der allerdings immer Gefahr lief, Zigeunerklischees zu bedienen. Eine Gratwanderung, mit der Interpreten in der Nachfolge Django Reinhardts auch heute noch zu tun haben.

HR - Wissenswert

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Volksfest auf Kopfsteinpflaster - Die Flandernrundfahrt

Die Flandernrundfahrt ist mehr als nur ein Radrennen, sie ist ein Volkfest. Sonntags starten die Profis, doch am Tag davor gehört die 250 Kilometer lange Strecke den Hobbyradsportlern.

Am legendären Koppenberg mit maximal 22 Prozent Steigung spielen sich Dramen ab. In den Pedalen stehend kämpfen sich Radfahrer Zentimeter für Zentimeter voran. Wer stehen bleibt und absteigen muss, riskiert einen Stau.

Deutschlandradio Kultur – Nachspiel

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